
Kein schöner Land in dieser Zeit. Verlorene Illusionen. Band 1 (1969-1979)
Dieses mit Fotografien ausgestattete Buch hilft Gedächtnislücken zu schließen. - Nur ein präzises Erinnern lässt gesellschaftliche Stagnation, gedanklichen Stillstand, Leere - aber auch restaurative Abläufe in seiner Größenordnung und Kontinuität erkennen. Spuren in Manuskripten wie sorglos verschüttete Texte gilt es zu sichern, nicht nahezu alles einer teilnahmslosen Beliebigkeit zu überlassen. 40 Jahre umfassen beide Bücher. Und vier Jahrzehnte sind kein Tag. - Was diese Menschen wollen, was aus ihnen geworden ist? In diesem Buch erzählt Reimar Oltmanns von Menschen, Schicksalen, Ereignissen - von verloren gegangenen Illusionen. Diese edierte Reportage-Sammlung entführt Leser wie Leserinnen auf eine Weltreise - spannend, analytisch, einfühlsam. Es sind Beschreibungen aus einer scheinbar verflossenen Epoche, aber in ihrer Aussagekraft immer noch hoch aktuell. Fazit: Es hat sich wenig verändert. Hoffnung ? - Fehlanzeige.

Kein schöner Land in dieser Zeit, Verlorene Illusionen. Band 2 (1980-2010)
Milieu-Beschreibungen aus vielen Ländern belichten die Wirklichkeit, zeigen Denkweisen, Gefühle und Handlungsstrategien einer vergangenen Ära. Ein Rückblick, der verdeutlicht, dass die Befindlichkeiten der Menschen, ihre Hoffnungen, Perspektiven und Verzagtheiten, ihre Rechtfertigungs- oder auch Verdrängungsmechanismen intensiver waren als im darauffolgenden Jahrzehnt. Reportagen biegen Reaitäten nicht zurecht, lassen sich nicht in erwartete, vorgedachte ideologische, weltanschauliche Raster zwängen. sprengen oft deren Rahmen. Die Reportage ist und bleibt die König der journalistischen Kunst.

Hammelsprünge - Sex und Macht in der Deutschen Politik (2012)
Kapitel-Beiträge in dem von der Journalistin Ursula Kosser herausgebenen Band >Hammelsprünge<. Im Vorlauftext heißt es: "Die Verknüpfung von Sex und Macht war in der Bonner Republik Alltag. Was bislang nur hinter vorgehaltener Hand geflüstert wurde, liefert den Hintergrund für heutige Debatten - etwa über die Frauenquote. Denn viele der beteiligten Männer und Frauen wirken heute aktiv und in hohen Positionen an der Politik dieses Landes mit. <Hammelsprünge> zeigt, was Politiker und Journalisten taten, um 'den jungen Hühnern das Gefieder zu stutzen'."

Spurensuche auf verbrannter Erde – Reportagen, Berichte, Erzählungen zur Zeitgeschichte (1969-2009)
Spuren gilt es zu sichern, nicht alles den Trampelpfaden zu überlassen. Spurensicherung nach kleinen Menschen vergangener Epochen, längst verschütteter Schicksale, die uns doch auf irgendeine Weise berührten, prägten, beeinflussten. Fährten und Beschreibungen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Südamerika, Afrika, Asien - vielerorts.
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Vive la Française - Die stille Revolution der Frauen in Frankreich (1995)
Minutiöse Beobachtungen auf einer jahrelangen Reise durch das Frankreich der Frauen, durch ihre Geschichte mit ihren Wahrnehmungen, ihren Identitäten und ihrem Politik-Verständnis. Dieses Buch reflektiert virulente Veränderungen und Widersprüche einer Gesellschaft, skizziert markante Milieus in einer atemlosen Ära wirtschaftlicher und sozialer Umbrüche. Frankreich, so nah und doch so fern.

Frauen an die Macht - Protokolle einer Aufbruchära (1990)
Aus dem System der verwalteten Welt gliedert sich zunehmend erkennbarer die Lebenswelt und -wirklichkeit aus. In dieses Vakuum sind Frauen mit einem neuen Politikverständnis gestoßen. Sie werden über Jahrzehnte hinweg die Politik wieder politisieren und eine neue Authentizität abfordern – auch diese Männer-Barriere wird fallen.

Keine normale Figur in der Hütte - Reportagen zur Wendezeit (1989)
Die Technokratie-Eliten begannen im Namen des Fortschritts, Menschen an die Armutschwellen auszusortieren und zu entmenschlichen, die Demokratie zu entdemokratisieren und die Politik global zu entpolitisieren. Diese Grundannahme eines sterilen, vorbestimmten Lebens durchdrang weite Teile der Bevölkerung - vorausgesetzt man wähnt sich auf der Gewinnerseite. Reportagen aus den siebziger und achtziger Jahren. Spurensicherung.

Möllemanner - oder die opportunistischen Liberalen (1988)
Eine politsche Bilderbuch-Karriere, die im Jahre 2003 mit einem Fallschirm-Todessprung jäh endete. Mit dem Synonym “Möllemänner” werden in der FDP verbogene Charaktere deutscher Politik beschrieben, die die Grenzen zwischen Legalität und Kriminalität überschritten haben; auch der menschliche Sumpf und Tragödien deutscher Machteliten.

Der Intrigant - Vom Hofe der Bonner Operetten-Republik (1986)
Diagnose: Suchtkrank. Ursache Politik. Heiner Geißler. Funktionelles Kalkül hat seine Identität längst überwuchert. Dieses Buch liest sich wie ein Roman, porträtiert aber die Wirklichkeit. Es zeichnet die Entwicklung von Charakteren im politischen Machtgetto, die wohlpräparierten Rollenspiele versteckten Häutungen, die Zusammenhänge von Fiktionen und Realität.

Wirtschaft im Untergrund - Reportagen (1983)
Buchkapitel: Engagiert und ernsthaft, spielerisch und experimentell – die Wirtschaft der alternativen Szene. „Soyez réalistes, exigez l‘impossible“ - seid realistisch, fordert das Unmögliche. Keine Vorgesetzten, keine Fremdbestimmg – Eigenverantwortung ist gefragt.

Heimatkunde - Deutsche Reportagen (1982)
„Heimatkunde“ habe ich mein Reportage-Buch genannt, weil es eine andere Wirklichkeit als die des Geografie-Unterrichts zeigt: Borniertheit, Ignoranz, Selbstgerechtigkeit von Menschen, die sich hinter Institutionen verstecken, feiste Häme über die „kleinen Leute“, die allzuoft im Dickicht entfremdeter Lebenszusammenhänge ersticken...

QUERKOPF - Die Bücher aus dem Verlag mit der Fliege (1982)
Buchkapitel: Wenn der Narzissmus tatsächlich Antlitz einer Epoche war, dann auf den Frankfurter Buchmessen der achtziger Jahre. Im einst legendären Rowohlt Verlag wähnte sich ihr rororo-Herausgeber und spätere SPD-Politiker Freimut Duve mit feinfrisierter Mähne und Flanell-Kostüm in romantisch angehauchter vorrevolutionärer Zeit. Schon der Krieg im Libanon geriet zum Verkaufsschlager, und Lektor Duve (links reden, rechts leben) zum Vorreiter einer aufkommenden „Bobo“-Kultur; „bourgeois-bohémien“ auf allen TV-Kanälen, versteht sich.

Wirklichkeiten - (1982)
Buchkapitel: Die Krise der Familie und die Suche nach dem eigenen Leben. Die Eltern haben im Laufe ihres Lebens die fragwürdigen Normen der Arbeitswelt als ihre Lebensphilosophie verinnerlicht - an das Vorgemachte, Vorgedachte und Vorprogrammierte. Der Kulturkampf um die atemlose Leistungsgesellschaft wird zuallererst in den Familien ausgetragen. Jugendliche erleben zusehends ausgelaugte Eltern, die zu einem intensiven Gespräch über Sein und Sinn kaum noch fähig sind, die aber mit Verve diese Wohlstands-Fassade verteidigen.

Aussteigen oder rebellieren. Jugendliche gegen und Gesellschaft - Reportagen (1981)
Buchkapitel: Frankfurt, Krankfurt, Zankfurt. Diese Metropole ist das Deutschland von übermorgen. Was den Aussteigern die Dimension gibt, ist die Tatsache, dass ihre Philosophie weit ins Lager der politischen Mitte reicht. Aussteig aus dem Konsumrausch, Ausstieg aus der Kernenergie, Ausstieg aus der Wegwerfgesellschaft.

Erkundungen in einem unbekannten Land - Sozialreportagen (1981)
Buchkapitel: Am Strand von Tunix. Die neuerlebte Gemeinsamkeit. Ausgewandert ins Großstadt-Verlies. Wirtschaftswachstum, Weltmeisterschaften - das Modell Deutschland adé. Autonomie oder Ghetto. Vom befreiten Leben in einem Berliner Hinterhof.

Du hast keine Chance, aber nutze sie - Eine Jugend steigt aus (1981)
Oltmanns fragt Motive nach, das heißt: Gefühle bei Entschlüssen. Konstellation. Und er lässt die Personen lange schildern, hört zu und denkt sich hinein. Der Autor fühlt auch etwas mit sich passieren. Ihm ist widerfahren, was einer vergleichsweise erlebt, der sich zum Studieren, Lernen an einen vertrauten Ort, sei es im Ausland, sei es in eine fremde Landschaft zurückzieht. Dann werden die Gedanken andere, die Konzentrationsphasen länger und die Erkenntnisse tiefer. ... Wie in einem Roman, nur dass hier die Wirklichkeit redet.
(Süddeutsche Zeitung, München)

Du hast keine Chance, aber nutze sie - Eine Jugend steigt aus (1980)
„Dieses Buch ist so etwas wie eine atemberaubende, bestürzende, hoffnungmachende Reisebeschreibung einer Republik mitten in unserer Republik. Einer Republik der Jungen. Das bedeutsamste Buch der letzten Jahre zum Thema Jugend“ (Stuttgarter Zeitung).

SOS - Sicherheit, Ordnung, Staatsgewalt - Freiheit in Deutschland (1980)
In Deutschland ist der Bürger unmerklich wieder zum Untertan degradiert worden. Die Sorge um die innere Sicherheit hat eine Fülle von Gesetzen hervorgebracht. die den Freiheitsspielraum des einzelnen mehr und mehr beschränken und der seelenlosen, computergesteuerten Überwachung ausliefern. Über die Freiheit in Deutschand - sechs Hahre vor Orwells "1984" . Eine hochexplosive Dokumentation, die sich wie ein Polit-Krimi liest und dennoch nichts anders ist. als die erschreckende Wahrheit, die viele nicht wahrhaben wollen ... ...

SOS - Sicherheit - Ordnung - Staatsgewalt - Freiheit in Deutschland (1978)
Der kalte Krieg im Inneren: Berufsverbot, Ausgrenzung Andersdenkender, Gesinnungsschnüffelei, Lauschangriff, elektronischer Überwachungsstaat, Kontaktsperre, Antiterrorismus-Gesetze - „Liberty dies by inches“ - Die Freiheit stirbt zentimeterweise (englisches Sprichwort)

Die Würde des Menschen - Folter in unserer Zeit (1979)
Folter hat sich - unter den Augen einer kritischen Öffentlichkeit - zu einer Subkultur des Terrors und des Gegenterrors entwickelt. Es ist „die Leidenschaft, Identitäten anderer Menschen zu brechen und Macht über sie zu gewinnen“. Wer einmal der Folter – auch der Psychofolter – erlag, wird nicht mehr heimisch werden auf dieser Erde.
Die Würde des Menschen - Folter in unserer Zeit (1977)
All diesen Opfern widmet das Magazin STERN unter dem Titel "Die Würde des Menschen" jetzt eine hervorragend dokumentierte Denkkzeitschrift in Buchform- Die Autoren Peter Koch und Reimar Oltmanns, beides Journalisten mit jahrzehntelanger Berufserfahrung in der Außenpolitik weisen namentlich nach, wo und nach, wo gefoltert und im Namen des Staates getötet wird. ... Insofern ist das jüngste Produkt aus dem STERN-Verlag als hochpolitisches Stück angewandter Literatur zu werten, dessen Wirkung die brutale Realität zumindest mittelbar und langfristig dennoch treffen können. Basler Zeitung

Selbstbestimmung der Schüler (1969)
Aus Deutschland nichts Neues: Seit nahezu vier Jahrzehnten haben sich im Bildungsbereich keine wesentlichen Fortschritte ergeben. Schulen waren und sind ein Überbleibsel aus der Vergangenheit. Junge Menschen bleiben ohne Chancengleichheit, Intelligenzpotenziale verkümmern. Statt Motivation diktieren Anpassungszwänge Bildungsinhalte. So wird ein geducktes Selbstbewußtsein gefördert, das sich vor Neuem ängstigt und den „vorgetäuschten Tiefgang“ (VGT) beflügelt.